So schmeckt Weihnachten – Aachens Printen bei uns im Check

Ausgabe 164 Dez. 12, 2018

Der Weihnachtsteller ist schon gut gefüllt, aber die Printen fehlen noch? Wir helfen euch bei der Auswahl. (Foto: Nico Lindstädt)

von Lisa Klöcker und Sara Morrhad

Ob hart oder weich, klassisch oder mit Überzug und Füllung: Vor den vielen Variationen der Aachener Printen kann man sich vor allem in der Weihnachtszeit kaum retten. Sie begegnen einem im Supermarkt, in Überlebensgröße auf dem Weihnachtsmarkt und natürlich in den vielen Bäckereien der Stadt. Doch welche der Printenbäckereien ist eigentlich die Älteste? Wo gibt es die günstigsten und wo die ausgefallensten Printen? Wir haben für euch die bekanntesten Bäckereien einmal genauer unter die Lupe genommen.

Die klassische Aachener Kräuterprinte besteht aus Mehl, Zucker und einer je nach Bäckerei variierenden Gewürzmischung. Begonnen hat ihre Geschichte im 17. Jahrhundert mit Belgiern, die ihr sogenanntes Gebildbrot mit in die Kaiserstadt brachten und so den Grundstein für die Entwicklung des beliebten Gebäcks legten.

Die Erfindung der ersten Kräuterprinte reklamiert bis heute die Firma Lambertz für sich. Demnach soll es Johann Werner Lambertz im Jahr 1831 gelungen sein, die perfekte Teigmischung zu finden, ein Anspruch, der durchaus umstritten ist. Klar ist allerdings: Mit einem Umsatz von rund 666 Millionen Euro pro Jahr steht der Gigant zumindest was Einnahme, Reichweite und Produktionsmenge angeht außer Konkurrenz. Die Preise unterscheiden sich hier jeweils nach Aufwendigkeit des Produkts: Die Aachener Kräuterprinte ist mit 5,95€ je 600 Gramm die günstigste und die Schoko-Nuss-Printe sowie der Nuss-Spitzkuchen für 6,95€ je 300 Gramm die teuerste Printenvariante im Lambertz Sortiment. Im Gesamtvergleich gibt es die traditionelle Kräuterprinte bei Lambertz am preiswertesten zu ergattern.

Von Hand gemacht

Viele Aachener greifen aber lieber auf kleinere Bäckereien zurück, die ihre Printen noch in Handarbeit fertigen, anstatt sie am Fließband zu produzieren. So zum Beispiel auch die Bäckerei van den Daele: Mit Zimt aus Sri Lanka und Vanille aus Indonesien setzt der Familienbetrieb besonders auf natürlichen Anbau, ohne Geschmacks- und Konservierungsstoffe. Einzigartig ist hier vor allem die „Beschwipste Printe”. „Die entstand aus einem Zufall heraus, nämlich aus einem zu flach geratenen Spitzkuchenteig, der in einem aufwendigen Verfahren mit Alkohol, Nüssen und Rosinen zu einem Lebkuchen weiterverarbeitet wurde. Nach wie vor ist das Rezept streng geheim”, erklärte uns Brigitte Braun, Filialleiterin der Bäckerei van den Daele in Aachen.

Weitere ausgefallene Varianten des beliebten Weihnachtsgebäcks finden sich unter anderem bei Nobis und der Printenbäckerei Drouven. Gefüllt mit Marzipan und Pflaumenstückchen, dazu abgeschmeckt mit Champagner, zählen die „Aachener Domspitzen Champagner-Pflaume” definitiv zu den exklusiven Sorten, die Nobis’ Kräuterprinten-Sortiment zu bieten hat. Drouven sticht dagegen mit „Eierlikör-Trüffelprinten” heraus, die nach hauseigener Geheimrezeptur gebacken werden.

Anders als die Konkurrenz, setzt die Printenbäckerei Klein weniger auf unkonventionelle Kreationen. Ein umso größerer Wert wird dafür auf die Perfektionierung des traditionellen Geschmacks gelegt: „Die Printe darf weder zu süß noch nur nach Gewürzen schmecken. Ich glaube, dass wir eine gute Mischung gefunden haben. Und das ist es auch, was unsere Printe ausmacht”, verrät Andreas Klein, Inhaber der Bäckerei. Besonders beliebt sei hier das weiche Printenkonfekt überzogen mit Mandelsplittern und Schokolade.

Von der traditionellen Kräuterprinte bis hin zur „Beschwipsten Printe” hat die Stadt alles zu bieten. Eins steht fest: Geschmacksvielfalt kommt hier nicht zu kurz. Und damit einhergeht die Qual der Wahl — in der Aachener Printenwelt ist das wohl Fluch und Segen zugleich.

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