12. Dezember 2018

Meerjung-Etis und Maschbaumeisterinnen

Auch der 31. Unicup war eine Mischung aus Karneval und Eishockey

Meerjung-Etis und Maschbaumeisterinnen

Land in Sicht! Medis und Etis liefen beide in Meereskostümen auf. (Foto: Sarah Rauch)

von Joshua Olbrich und Martin Schmitz

Laut! Das ist der erste Eindruck, den man bekommt, wenn man am Unicup ankommt. Kommt man um 19 Uhr, also eigentlich zu spät, in der Eissporthalle an, ist sie schon überfüllt und die Lautstärke der Maschinenbauer, Mediziner und E-Techniker schlägt einem schon von weitem entgegen.

Also erstmal rein kommen, an die Reizüberflutung gewöhnen und ein Bier trinken. Der Unicup findet schon zum 31. Mal statt, also kein spannendes Datum, aber für einen ist es ein besonderes Mal: Für Professor Rüdiger ist es das erste Mal Unicup als neuer Rektor der RWTH. Als er das letzte mal hier war, waren die Maschis noch gar nicht dabei, erzählt er. Während des Pressetermins laufen die Cheerleader der Mediziner auf. Etwas unglücklich, da sie die Aufmerksamkeit unverzüglich auf sich ziehen. Wenn im Hintergrund Frauen und Männer gefühlte vier Meter hoch in die Luft geworfen werden, kann das schon mal ablenken. Und wenn dann noch zu “Under the Sea” aus Arielle Seemänner, Meerjungfrauen und Quallen über das Eis laufen, sieht man auch als Nicht-Eishockey-Connaisseur den großen Reiz dieses Spektakels.

Kultstatus auf dem Eis

Was der Unicup für die RWTH bedeutet? Prof. Rüdiger findet klar: Er hat Kultstatus. Und damit scheint er nicht allein zu sein. 3000 Studierende füllen die Halle an diesem Abend und feuern lautstark ihre Mitstudierenden auf dem Eis an. An die Karten zu kommen ist bekanntermaßen nicht so einfach. Interessierte Studierende stellen sich schon mitten in der Nacht an, um von ihrer Fachschaft die begehrten Karten zu kommen. Aber auch das gehört dazu und macht überhaupt den Reiz aus, meint Rüdiger: Denn schon beim gemeinsamen Schlangestehen wachse man mit seiner Fachschaft weiter zusammen. “Wer hier mitgemacht hat, vergisst sein Studium nicht mehr.”

Der Unicup steht für erlebbare Emotionalität. Auf dem Eis steigen Eishockeyamateuere für eine Nacht zu Profis auf. Das Spielen für eines der Teams ist eine Ehre, der Ansturm auf die begrenzten Plätze jedes Jahr enorm. Und auch Vereine profitieren von dem Spektakel. Dieses Jahr wurde Geld an die Aachener Engel und an Right to Play gespendet.

Zum Abschluss des Pressegesprächs entmystifiziert der Rektor dann noch praktisch im Vorbeigehen die Thyssenkrupp-Trophäe, um die an diesem Abend gekämpft wird. Mit einem vermutlich hochwissenschaftlichen Klopf-und-Horch-Test stellt er fest, dass die vom Stahlhersteller gesponsorte Trophäe aus Aluminium sei - allerdings aus einem sehr hochwertigen. Und während sich der Kommunikationswissenschaftler in mir noch fragt, ob Stahl wohl hochwertiger sei als Alu, beschließt der Kater: Eigentlich bin ich jetzt auch zu faul, um das zu googlen.

Einen Sieger gab es natürlich auch, die Mediziner konnten sich erfolgreich gegen die Konkurrenz durchsetzen. Die Etechniker lagen, auch das kennt man schon, ziemlich weit zurück. Als Sieger der Herzen werden sie aber wohl auch nächstes Jahr wieder für Stimmung auf dem Eis sorgen.