21. Januar 2019

Kármán-Auditorium – Was geht?

Abriss, Asbest, ausgelaufener Pachtvertrag

Kármán-Auditorium – Was geht?

Kármán 2.0 – Entwurf einer modernen Lernlandschaft (von Hanna Potulski)

von Jakob Zahler


Die Gerüchte um das Kármán Auditorium häufen sich, doch was davon ist wahr und was ist der Plan? Zum Sommersemester 2017 schloss das renovierungsbedürftige Kármán seine Türen. Seitdem liegt der große, dunkle Klotz aus Backstein und Beton traurig und verlassen zwischen RWTH Hauptgebäude und Innenstadt. Lange war unklar, was damit geschehen soll, doch jetzt wurde eine Einigung erzielt.

Zum Sommersemester 2017 schloss das renovierungsbedürftige Kármán seine Türen. Seitdem liegt der große, dunkle Klotz aus Backstein und Beton traurig und verlassen zwischen RWTH Hauptgebäude und Innenstadt. Lange war unklar, was damit geschehen soll.

Ein Abriss des Mitte der 1970er Jahren erbauten Komplexes war keine Option, da er heute unter Denkmalschutz steht. Während des Sommers 2017 wurde eine öffentliche Diskussion über eine eventuelle Umnutzung des Hörsaalgebäudes geführt.

Kármán 2.0

Im Rahmen eines Masterprojektes arbeitete die Architekturstudentin Hanna Potulski ein umfassendes Umnutzungskonzept des Kármán Auditoriums aus. Umfassende Renovierungs- und Erweiterungsarbeiten würden aus dem Kármán eine zeitgemäße Lernlandschaft der Superlative zaubern. Das Konzept sieht vor, das bisher recht dunkle Gebäude durch eine modulare Glaskonstruktion zu erweitern, welche neuen Platz für helle Arbeitsräume bieten würde. Die beiden großen Vorlesungssäle würden erhalten bleiben und durch Dachfenster mit Tageslicht beleuchtet werden. Aufenthaltsräume, Gruppenarbeitsräume, Büros für Start-Ups und studentische Initiativen, ein Café, welches auch als Bar den abendlich ausgestorbenen Campus beleben könnte, sowie grün gestaltete Außenbereiche mit einem Campusgarten sollten das Kármán zum Zentrum des studentischen Campuslebens werden lassen. „An der Uni gibt es keinen zentralen Treffpunkt für studentisches Leben und insgesamt auch sehr wenige grüne Außenflächen. Es ist schade, dass das große Potential des Kármán so wenig genutzt wird“, findet Hanna Potulski, „das Kármán könnte zum Bindeglied zwischen Stadt und Campus werden“.

Einigung erzielt

Was mit dem Kármán geschieht, bestimmt allerdings der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB). Nachdem das Kármán nun schon seit zwei Jahren ungenutzt bleibt, einigten sich nun die RWTH Aachen und der BLB. „Das denkmalgeschützte Hörsaalgebäude soll gemäß einer 1:1 Instandsetzung saniert und der ursprünglichen Nutzung nach dem heutigen Stand der Technik wieder zugeführt werden“, so der BLB NRW. Doch auch der BLB merkt zu dem Konzept von Hanna Potulski an, dass „die Erweiterung der alten, denkmalgeschützten Bausubstanz durch eine modulare Glaskonstruktion [...] interessante Möglichkeiten“ eröffnet. Die RWTH Aachen betont die Notwendigkeit, dass „die dringend benötigten Hörsäle wieder genutzt werden können, um unseren Studierenden bestmögliche Rahmenbedingungen zu bieten[...]“. Des Weiteren könne über eine „langfristige Folgenutzung und eine evtl. Erweiterungsoption [...] zu gegebener Zeit natürlich gesprochen werden“. Ob die gegebene Zeit eines Tages eintreffen wird, bleibt für Studierende einer Uni, an der das Vordach des Hauptgebäudes seit über fünf Jahren aus einem Baugerüst besteht, jedoch zu hoffen.