18. April 2019

Die Sorgen der Briten

Deal or no deal: inzwischen könnte selbst Guido Cantz die Brexit-Verhandlungen nicht nerviger machen.

Während Theresa May inzwischen in der Opposition nach Verbündeten für das Austritts-Abkommen mit der EU sucht, wächst die Unsicherheit immer weiter, ob es nicht doch zu einem ungeregelten Austritt, also einem No Deal-Brexit, kommen könnte. Das könnte Folgen für Austauschstudierende haben.

Claudia Hanke vom International Office der RWTH berichtet von mehr Nachfragen von Studierenden, die ursprünglich einen Erasmus-Aufenthalt in Großbritannien machen wollten. Im Falle eines Brexits mit Deal würde das Erasmus-Programm, also das Fördergeld und die Zusage, ohne Studiengebühren an der Gastgeber-Universität studieren zu dürfen, weiterhin bestehen bleiben. Bei einem No Deal-Brexit werden nach aktuellem Kenntnisstand einige Partner-Universitäten im Vereinigten Königreich weiterhin Studierende der RWTH aufnehmen, ohne dass diese Studiengebühren zahlen müssten.

Wie es mit der finanziellen Förderung im Falle eines No Deal-Brexits aussieht, weiß man momentan aber noch nicht: "Wir hoffen, dass im Fall eines No Deal-Brexits die EU-Kommission eine Notfallförderung für unsere Erasmus-Studierenden bereithält – auch, wenn es dafür keinerlei offizielle Bestätigung gibt", sagt Claudia Hanke.

Auch britische Studierende, die gerade in Aachen zu Gast sind, sind wegen der heiklen Situation verunsichert. In einer Email an die Kármán erklärt etwa ein Student, der für den Verbleib in der EU gestimmt hatte, dass der drohende Brexit lange Zeit kein großes Thema für ihn gewesen sei. In den letzten Wochen und Monaten seien allerdings immer mehr heikle Fragen aufgekommen, die den Brexit immer unheimlicher erscheinen lassen: etwa, ob er sich in Zukunft für Visa in Deutschland anmelden müsse oder hier nach Ende seines Studiums nicht ohne weiteres arbeiten dürfe. Die kommenden Wochen werden es zeigen.