12. Dezember 2018

Campus Offline

Wie uns das neue Campus-Management-System zur Verzweiflung bringt

von Jacqueline Turek

Es sollte die Revolution des Campus-Managements werden; einfachere Abstimmung zwischen den einzelnen Parteien an der Hochschule und ein effizienterer Umgang mit Daten wurden uns u.a. auf der Homepage der RWTH zum Thema RWTH-Online Mitte Juni noch versprochen. Heute wissen wir es aber besser: Statt intelligenter Innovation ist das neue Campus-Management-System die chaotische Katastrophe des Jahres 2018.

Bereits bei den Anmeldungen zu den Veranstaltungen fürs Wintersemester 2018/2019 wurde klar, mit RWTH-Online ist nicht zu spaßen! Schon die Suche nach seinen Lehrveranstaltungen wurde zu einer Expedition durch den Systemdschungel. Nur mithilfe von Kommilitonen, Dozenten und Indiana Jones war es im Endeffekt möglich, über den Button "Studienangebot" seine Prüfungsordnung zu finden. Hatte man dies geschafft, stand man vor einer weiteren Herausforderung, die nicht unbedingt durch die ständig flackernde und eingefrorene Benutzerplattform erleichtert wurde: unter einer Masse an Plus- und Minuszeichen musste man nun die einzelnen Veranstaltungen ein- und ausklappen. Ein Überblicksverlust und die vollkommene Desorientierung waren hier also vorprogrammiert!

Die nächste Hürde war dann die eigentliche Anmeldung zu den Veranstaltungen. Nicht nur, dass es einige Bugs gab, die dafür sorgten, dass im obersten Feld automatisch der falsche Studiengang eingetragen wurde – nein, auch die neuen Auswahloptionen die Anmeldungsformen betreffend (Freie Anmeldung oder Anmeldung gemäß der jeweiligen Prüfungsordnungen) eröffneten einen Markt der Möglichkeiten einer Falsch-Anmeldung. Hat man das schlussendlich mit nur wenigen Nervenzusammenbrüchen hinter sich gebracht und nicht auch noch auf mysteriöse Weise vom System seinen Bachelor aberkannt bekommen, stellt RWTH-Online nun seine Benutzerinnen und Benutzer vor eine neue Herausforderung: die Datenübertragung vom alten, soliden Campus-Office ins neue Student-Life-Cycle-System RWTH-Online. Hier wurden wir Studierende bereits netterweise vorab informiert, dass es nicht nur zu Problemen kommen könnte, sondern definitiv zu großen Problemen kommen wird. Um diese zu beheben, muss sich das ZPA jeweils eine Woche im November und eine im Dezember im SuperC einschließen. Aber selbst dann ist die vollkommene Leistungsbereinigung noch nicht abgeschlossen, es können immer noch Noten falsch zugeordnet oder nicht erfasst worden sein. Eine vollständige und korrekte Übertragung aller Leistungen ist erst Ende Januar abzusehen. Dieses Noten- und Leistungschaos zwischen November 2018 und Januar 2019 wäre generell wohl nur ein kleines Problem, hätte nicht am 3. Dezember die Prüfungsanmeldung begonnen. In diesem Zusammenhang stellt es sich nämlich als höchstproblematisch heraus, wenn Leistungen noch nicht oder falsch eingetragen sind. Dies kann dazu führen, dass man für relevante Prüfungen nicht offiziell zugelassen wird. D.h. das ZPA darf sich jetzt nicht nur auf das Öffnen von Adventskalendertürchen, sondern auch auf das Öffnen verzweifelter bis wütender Mails von Studierenden freuen, die Probleme bei der Prüfungsanmeldung haben. Damit wünsche ich allen Studierenden und ZPA-MitarbeiterInnen eine fröhliche Vor-Wei(h)nachtszeit. Möge die Prüfungsanmeldung gelingen!